Brücken bauen seit 1991: Unser Schüleraustausch mit Poznan

Seit über drei Jahrzehnten öffnen wir Türen in die Welt. Was im Jahr 1991 als kleine Initiative an der Städtischen Realschule Marsberg begann, hat sich zu einer festen Säule unseres Schullebens an der Sekundarschule Marsberg entwickelt. Ein Schüleraustausch ist weit mehr als nur eine Reise – es ist ein Abenteuer, das den Horizont erweitert und Freundschaften schafft, die oft ein Leben lang halten.

Warum am Austausch teilnehmen?

Ein Schüleraustausch bietet Chancen, die man im Klassenzimmer allein nicht findet.

  • Echte Sprachpraxis: Vergiss Vokabeltests! In der Gastfamilie und im Alltag lernst du, die Sprache intuitiv und lebendig anzuwenden. Nichts motiviert mehr als das erste flüssige Gespräch beim Abendessen. Und wenn es mit dem Polnischen nicht funktioniert trainierst du deine Englischkenntnisse.
  • Interkulturelle Kompetenz: Du tauchst tief in eine andere Kultur ein. Du lernst andere Bräuche, Perspektiven und Lebensweisen kennen und verstehen – eine Schlüsselqualifikation in unserer globalisierten Welt.
  • Persönliches Wachstum: Fernab der gewohnten Umgebung wächst das Selbstvertrauen. Du kehrst meist ein großes Stück reifer, selbstständiger und weltoffener zurück.
  • Freundschaften ohne Grenzen: Aus Gastgebern werden Freunde. Der Austausch ermöglicht Begegnungen auf Augenhöhe und schafft ein Netzwerk, das weit über die Schulzeit hinausreicht.

Ein Kapitel lebendiger Schulgeschichte

Dass unser Austauschprogramm seit 1991 (fast) ununterbrochen besteht, erfüllt uns mit Stolz. Es zeugt von der Qualität der Partnerschaften und dem Vertrauen, das über Generationen hinweg gewachsen ist. Viele unserer ehemaligen Teilnehmer berichten noch Jahre später, dass der Austausch das Highlight ihrer Schullaufbahn war.

„Ein Schüleraustausch heißt, die Welt nicht nur zu sehen, sondern ein Teil von ihr zu werden.“


Du hast Interesse?

Egal, ob du deine Sprachkenntnisse erweitern willst oder einfach neugierig auf das Leben in Polen bist: Werde Teil unserer Tradition!

Berichte aus den vergangenen Jahren findest du auf dieser Seite. Wenn du dich für die Teilnahme am Austausch interessierst achte auf die entsprechenden Aushänge!


Vom 12. bis 18. April 2026 stand die Sekundarschule Marsberg ganz im Zeichen der deutsch-polnischen Freundschaft. Schülerinnen und Schüler des IX. Lyceum aus Posen besuchten die Schule am Eresberg und tauchten tief in den deutschen Alltag und die regionale Kultur ein.

Der Austausch bot Schüler*innen beider Schulen ein vielfältiges Programm, das von pädagogischen Einblicken bis hin zu kulturellen Highlights reichte. Die polnischen Gäste wurden herzlich von ihren Gastfamilien am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe empfangen. Was folgte, war eine Woche voller Begegnungen, die weit über den klassischen Unterricht hinausgingen.

Zwischen Klassenzimmer und Natur

Nach der offiziellen Begrüßung durch die Schulleitung am Montag startete die Gruppe mit

Integrationsaktivitäten, um erste Barrieren abzubauen. Die polnischen Gäste erhielten durch Hospitationen im Deutschunterricht direkte Einblicke in das hiesige Bildungssystem. Trotz typischen Sauerländer Regenwetters ließ sich die Gruppe die Laune nicht verderben: Eine gemeinsame Wanderung über den Rittersprung zum Buttenturm bot trotz Wolken faszinierende Ausblicke auf das frühlingshafte Marsberg.

Kultur und Perspektivwechsel in Frankfurt

Ein zweitägiger Exkurs führte die Jugendlichen in die Metropole Frankfurt am Main. Neben dem Besuch des Palmengartens und einem lehrreichen Kakao-Workshop stand ein besonderer Abend auf dem Plan: Ein gemeinsames Essen im eritreischen Stil eröffnete den Schülern neue kulinarische Horizonte. Besonders prägend war der Besuch der Ausstellung „Dialog im Dunkeln“. Hier erlebten die Teilnehmenden den Alltag aus der Sicht blinder Menschen – eine Erfahrung, die bei vielen tiefe Spuren hinterließ. Sportlich und kreativ wurde es anschließend in den sogenannten „BASHRooms“, wo Teamgeist und Geschicklichkeit bei verschiedenen Wettbewerben gefragt waren.

Geschichte und herzlicher Abschied

Am Donnerstag tauchte die polnische Gruppe in die lokale Industriegeschichte ein. Ein Besuch im Kupferbergbaumuseum „Kilianstollen“ vermittelte lebendige Eindrücke der Bergbautradition. Der krönende Abschluss fand am Freitagabend in der Schule statt. Gemeinsam mit den Gasteltern wurde die Woche Revue passiert. Die polnischen Schüler präsentierten dabei humorvolle Szenen über den Posener Dialekt und gaben einen Ausblick auf den geplanten Gegenbesuch der deutschen Gruppe in Polen.

Am Samstagmorgen hieß es schließlich Abschied nehmen. Mit neu geknüpften Freundschaften und vielen positiven Eindrücken traten die Gäste die Heimreise an. Der Austausch hat einmal mehr bewiesen, wie wichtig der persönliche Dialog für die junge Generation ist und zeigte eindrucksvoll, dass direkte Begegnungen die beste Basis für gegenseitiges Verständnis und Freundschaft in Europa sind.

Ein Projekt dieser Größenordnung wäre ohne starke Partner kaum denkbar. Ein besonderer Dank gilt daher dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk (DPJW), das die Begegnung durch eine großzügige Förderung erst ermöglicht und den Schülern damit den Blick über den eigenen Tellerrand erleichtert hat.