
„Gemeinsam stark auf dem Spielfeld“ Erfolgreiches Fußballturnier der Sekundarschule Marsberg und des Carolus-Magnus-Gymnasiums
Juni 19, 2026
Berufsorientierung mit Herz und Kompetenz: Schülersprecherteam interviewt Berufsberaterin Frau Kipka
Juni 24, 2026Am 12. Juni 2026 fand der bundesweite Vorlesetag statt, und die Stadt Marsberg war zum ersten Mal Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen. Die Schule Am Eresberg schätzte sich glücklich, gleich drei Schriftsteller*innen willkommen zu heißen. Für interessierte Schüler*innen des 5., 6. und 7. Jahrgangs gab es je eine Veranstaltung, die jeweils in einem thematisch sehr ansprechend verbreiteten Raum stattfand. In der Mensa war für die Gäste ein Tisch gedeckt, wo ein Imbiss, kalte Getränke und natürlich Kaffee bereitstanden. Die didaktische Leitung Frau Hoffmann hatte mit den Schriftsteller*innen korrespondiert, Absprachen getroffen, die Organisation vor Ort koordiniert und jeden der Gäste, die zu unterschiedlichen Zeiten eintrafen, begrüßt.


Herr Rürup, 5. Jahrgang
Herr Rürup lehrt an der Universität in Wuppertal. Nebenbei schreibt er Texte für Kinder und auch Gedichte. Für den 5. Jahrgang hatte er zwei Texte ausgewählt. In der ersten Stunde las er die Geschichte „Geheim – Eine Schneewittchengeschichte“ (angelehnt an den Klassiker der Brüder Grimm) vor: Schneewittchen hat Schweißfüße und muss etwas dagegen unternehmen. Im Schloss gab es Parfüm und Fußbäder, bei den Zwergen gibt es so etwas nicht und die Zwerge können wegen des Gestanks nicht schlafen. Diese Geschichte ist noch nicht veröffentlicht, und der Autor bat die Schüler:innen um eine Einschätzung, ob der Text wohl für sie als Zielgruppe passend sei, was eindeutig bejaht wurde. Sind. In der Pause bis zur zweiten Lesung wurde der Autor als auch die Schülergruppe von Schülerinnen des zehnten Jahrgangs interviewt. Danach wurde der Text „Fitzlibutzli hat gekocht – Eine Kasimir-Geschichte“ mit temporeichem Inhalt. Während beider Vorlesungen hatten die Schüler:innen Gelegenheit, das Gehörte in Bildern zu verarbeiten. Es war erstaunlich, wie konzentriert zugehört und wie fantasiereich das Gehörte farbig umgesetzt wurde. Der Autor erbat am Ende Bilder von den Schüler:innen, die dazu bereit waren. Einzelne davon sollten möglicherweise zusammen mit den Geschichten als Illustrationen veröffentlicht werden.


Frau Ricklefs, 6. Jahrgang
Frau Ricklefs ist eine bekannte Kölner Autorin, deren Hörspiel „Sieben Weltwunder plus 1“ prämiert wurde. Nach einer kurzen herzlichen Begrüßung hat sie einer Gruppe von interessierten Schüler:innen des 6. Jahrgangs zunächst von sich und ihrer Arbeit als Autorin und ihrem Arbeitsatelier erzählt. Interessanterweise verfasst sie sowohl Texte als auch Hörspiele.
Als Einstieg ins Thema erzählte sie, wie sie auf dem Weg zum Atelier immer an Stolpersteinen vorbeikommt und vor kurzem direkt vor ihrem Atelier weitere Stolpersteine verlegt wurden. So entstand ein Gespräch mit dem jungen Publikum darüber, was Stolpersteine überhaupt sind. Nach dem Einstieg hat sie eine kurze Passage aus ihrem Hörspiel „Sieben Weltwunder plus 1“ vorgelesen und anschließend ein paar Minuten etwas daraus abgespielt, um die Arbeit zu verdeutlichen, die mit einem Hörspiel zusammenhängt. In einem 10-minütigen Gespräch wurde der Begriff Stolpersteine vertieft und es ging thematisch um Vergangenheitsbewältigung bzw. Erinnerungskultur, wie damals jüdische Männer, Frauen und Kinder, die aus ihren Häusern gezerrt wurden und welchem Schicksal sie ausgeliefert waren. Mit eben diesem Hörspiel versucht sie dabei das Thema Kindern näher zu bringen. Sie ist dabei auch darauf eingegangen, wie diese Stolpersteinen begegnen können, indem sie beispielsweise kurz innehalten, wenn sie welche sehen. Bevor Frau Ricklefs im zweiten Teil etwas aus dem Hörspiel abgespielt hat, machte sie darauf aufmerksam, welche Geräusche man neben dem Gesprochenen noch wahrnehmen kann. Diese Hinweise waren den Zuhörer*innen eine Orientierungshilfe, um wahrzunehmen, was gerade wann und wo in einem Hörspiel passiert, indem z. B. eine Tür ins Schloss fällt oder es in einer Baumkrone raschelt. Abschließend hat Frau Ricklefs wieder etwas vorgelesen, womit sie einen nachhaltigen Eindruck vermittelt hat, welch eine außerordentliche Vorleserin sie ist: Die einzelnen Figuren, die jeweilige Situation und die Stimmungen wurden sehr deutlich. Mit ihrer Stimme hat sie die Schülerschaft mitgenommen in diese ganz besondere Geschichte, was alle begeistert hat und mit langanhaltendem Applaus gewürdigt wurde.


Herr van Ooyen, 7. Jahrgang
Der mehrfach ausgezeichnete Autor Herr van Ooyen kam aus Bochum zur Schule am Eresberg und hatte Texte zum Thema „Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Zivilcourage“ im Gepäck und ein großzügig bemessenes Zeitfenster geplant. Im Vorfeld haben sich die Jugendlichen in einer Unterrichtsstunde mit Hilfe der Fachlehrerin Frau Sommer intensiv mit dem sensiblen Thema „Zivilcourage“ auseinandergesetzt und Fragen an den Autor vorbereitet. In der ersten von zwei Unterrichtsstunden las der Autor zwei spannungsgeladene Kurzgeschichten vor: Die erste Erzählung „Schießübung“ behandelt das Entstehen von Feinbildern, der zweite Text „Fangschuss“ thematisierte das sensible Thema „Ehrenmord“. Der anspruchsvolle Inhalt beeindruckte sehr und löste bei allen Zuhörer:innen Betroffenheit aus. Die anfängliche Zurückhaltung löste sich aber auf und es entwickelte sich ein ehrlicher Austausch über eigene Erfahrungen, und es konnte ansatzweise die Entwicklung von Vorurteilen skizziert werden. Nach diesem intensiven Einstieg startete die zweite Stunde im Zeichen des Dialogs und die Schüler*innen hatten Gelegenheit, ihre vorab formulierten Fragen zu stellen. Geduldig und emphatisch ging Herr van Ooyen auf jede einzelne Frage der Siebtklässler*innen ein. Zum Abschluss las der Autor seine wohl bekannteste Geschichte „Wahre Geschichte aus meiner Stadt“ vor, die sich während der Zeit des Nationalsozialismus in Marl ereignet hatte. Mit seiner sehr beeindruckenden Stimme brachte er das ungeheuerliche Ereignis zum Ausdruck und zog die Gruppe wieder in seinen Bann. Herr van Ooyen hat gezeigt, dass man Jugendlichen auch komplexe und schwer verdauliche gesellschaftliche Themen nahebringen kann, wenn man ihnen auf Augenhöhe begegnet.




